Aus: Jack Painter, Körperarbeit und persönliche Entwicklung – Wie wir durch Tiefenentspannung zur Harmonie von Leib, Seele und Geist gelangen, 1984
(Jack Painter hat in den 1960er Jahren Postural Integration in den USA entwickelt)

[Bei Postural Integration] handelt [es] sich um einen wirksamen und ganzheitlichen Weg zu einer direkten, vollkommenen und heilenden Erfahrung der Persönlichkeit.
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Wir werden sehen, wie dieser Vorgang uns öffnet und das in uns allen schlummernde, pulsierende, gesunde und lebendige Selbst zum Blühen bringt. Auf diesem Weg zu mehr Freiheit und mehr Glück begegnen wir jedoch unserem Widerstand gegen Neues. ……Wir behaupten zwar immer, unser Leben verändern zu wollen, manchmal haben wir sogar schon Wege zur Gesundung eingeschlagen, und doch wehrt sich ein Teil in uns eigensinnig gegen jede grundsätzliche Neuorientierung.
Der Teil in uns, der nicht loslassen will, ist der Panzer. Wir sprechen von Panzer, weil die Angst vor möglichem Schmerz und vor Verwirrung unseren Körper hart und gefühllos macht und unsere Gefühle und Gedanken sorgfältig unter Kontrolle hält. Unser Panzer besteht aus all jenen eingeschliffenen Körperhaltungen, mit denen wir glauben, das Leben besser zu meistern: der steife Nacken, der eingezogene Bauch, der Fettansatz in der Taille. Weiter besteht er aus vielen wohlkontrollierten Gefühlen: heimliche Traurigkeit, verhaltener Ärger, lähmende Angst. Auch unbewiesene aber alles beherrschende Meinungen gehören dazu. Beispielsweise: “Wenn ich mir Mühe gebe, werde ich schon Erfolg haben“, oder: „Wenn ich lieb zu Dir bin, musst du lieb zu mir sein.“ …… Dies Verhalten wird uns zur zweiten Natur. Es wird unbewusst eingesetzt und funktioniert so gut, dass es tatsächlich vor Schmerz und Verwirrung schützt. Aber es engt uns auch ein, wird allmählich zu einer starren Struktur, die unsere Spontaneität hemmt.
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Wir entwickeln unseren Panzer ursprünglich, um Schmerz und Unzufriedenheit zu vermeiden. Dabei kann er ein harter Schutz oder ein weiches Kissen sein. Diesen Panzer zu erfahren bedeutet, sich von alten Anschauungen und Haltungen zu befreien. Es bedeutet nicht, die einmalige persönliche Geschichte zu verleugnen oder zu zerstören. Sich mit dem Panzer zu beschäftigen ist ein eigentümlicher Prozeß, der uns von der Vergangenheit befreit und sie trotzdem auch zu einem Teil von uns macht.
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Veränderungen fallen vor allem deshalb so schwer, weil uns der Charakterpanzer weitgehend unbewusst ist. Und weil er uns auch dann beherrscht, wenn wir uns bemühen, etwas in uns zu ändern! Jeder Versuch, das Leben neu zu gestalten und Probleme zu lösen, bedient sich sogar jener gut eingeschliffenen unbewussten Haltungen und Ansichten.  …… Ein […] Beispiel: Ist die Körperoberfläche hart und angespannt, werden Sie eine tiefe, entspannende Massage als wohltuend empfinden. Durch die regelmäßige gründliche Behandlung kann Ihre äußere, harte Schale allmählich weicher werden, aber eben nur äußerlich. Der größte Teil der oberflächlichen Spannungen wird sich ganz einfach auf die tieferen Muskel- und Gewebeschichten verschieben. Sie behalten Ihren Panzer. Er wird nur verinnerlicht. ….. Meine Arbeit an mir und anderen zeigt mir, dass wir einen Weg finden müssen, die ganze Persönlichkeit zu behandeln, unseren gesamten Körper, unser Außen und unser Innen, die Einheit von Leib, Seele und Geist. Wenn wir eingefleischte und erstarrte Körperstellungen verändern wollen, müssen wir auch die begleitenden Gefühle und Gedanken ändern. Umgekehrt: Wir können aufgestaute Emotionen und Ideen nur dann freisetzen, wenn wir gleichzeitig Muskeln und Gewebe freimachen für neue geschmeidige Bewegungen.
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Jegliche Veränderung im Körper wirkt sich auch im Geistigen aus, Körper und Geist sind zwei Aspekte derselben Einheit.
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Die besonderen Möglichkeiten der Posturalen Integration liegen in der Bereitschaft, mit den Klienten gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen zu arbeiten. ……. Therapeut und Klient arbeiten zusammen, mal im Bereich des Gewebes, mal mit Worten oder Geräuschen.